Inversion
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Inversion
Ort
Tieranatomisches Theater
Philippstr. 12/13, 10115 Berlin-Mitte

Der Berliner Künstler Moritz Fehr hat eigens für den historischen Hörsaal des Tieranatomischen Theaters ein raumgreifendes Werk geschaffen, das ab dem 8. Februar 2014 präsentiert wird. Die Arbeit »Inversion« ist eine Soundinstallation, die über ein Ensemble aus Lautsprechern als dreidimensionale Klangerfahrung hörbar wird.

Ein historisches Motiv wurde dafür zur Leitidee. Auf einem Kupferstich von 1610 sieht man ein anatomisches Theater. Dort sitzen Tierskelette als Zaungäste auf den Rängen und sehen auf einen sezierten Leichnam herab. Moritz Fehr übersetzt die abgebildete Anordnung ins Akustische: »Es geht mir um eine Umkehrung des hierarchischen Verhältnisses von Mensch und Tier. Zu diesem Zweck möchte ich den Tieren an diesem speziellen Ort eine Stimme verleihen.« Im Hörsaal werden Lautsprecher auf den Rängen installiert, die einzelne Tiere repräsentieren. Rufe werden hörbar, dann ein ganzer Chor. Im Mittelpunkt der Szenerie ist das barocke Gesangsstück »Close thine eyes and sleep secure« (1688) von Henry Purcell leise zu hören, dass vom Countertenor Johannes Reichert speziell für diese Installation neu interpretiert wurde. Dieses Stück greift das Motiv der Vergänglichkeit auf, das auch auf der historischen Darstellung thematisiert wird. Das Zusammenspiel der Klänge findet im Zentrum des Raumes statt, dort, wo erstmals vor über 200 Jahren Tiere seziert wurden und heute eine Leerstelle an den berühmten anatomischen Hubtisch erinnert.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Elektronische Studio der TU Berlin, Fachgebiet Audiokommunikation, das Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin (UDK), Stereokompost und das Studio Potsdam.




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