KOSMOS Summeruniversity 2012
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KOSMOS Summeruniversity 2012
Nachwuchsförderungsmaßnahme (abgeschlossen)
Studierende

KOSMOS Summer University 2012

2 Wochen, 20 internationale Wissenschafter_innen, 21 junge Akademiker_innen, 13 Disziplinen, mehr als 8 Nationen: Bei der KOSMOS Sommeruniversität 2012 arbeiteten alle gemeinsam an neuen Möglichkeiten Mobilität zu gestalten.

Die KOSMOS Summer University ist ein neues Format der Humboldt-Universität zu Berlin bei dem junge Forscher_innen und Wissenschaftler_innen aus verschiedenen Disziplinen und Nationen, von Partneruniversitäten wie außeruniversitären Einrichtungen in der Regel für zwei Wochen zusammen kommen, um gemeinsam zu forschen und zu lehren. Dabei wird internationale Spitzenforschung und die Förderung von Nachwuchswissenschaftler_innen mit dem Konzept der »Internationalisation at home« kombiniert. In Anlehnung an die weltberühmten KOSMOS Vorlesungen von Alexander von Humboldt im Jahre 1845, arbeiten bei der KOSMOS Summer University Wissenschaftler_innen der Humboldt-Universität zu Berlin mit internationalen PartnerInnen in lokaler Projektarbeit zusammen.

Das kulturwissenschaftliche Institut der Humboldt-Universität zu Berlin organisierte in Kooperation mit der Universidad de Buenos Aires und anderen lateinamerikanischen Universitäten die KOSMOS Summer University 2012 »Mobility« (KOSMOS 2012). Wie der Titel andeutet, lag der Fokus von KOSMOS 2012 auf der Entwicklung interdisziplinärer und innovativer Ansätze zum Thema Mobilität in urbanen Räumen.

Interdisziplinäre Kollaboration

Obwohl Interdisziplinarität aktuell einer der Schlüsselbegriffe in akademischer Forschung ist – kaum ein Forschungsantrag betont interdisziplinäre Kollaboration nicht – bleibt die Integration von Natur- und Geisteswissenschaften, und deren traditionell verschiedenen methodischen wie epistemologischen Annahmen, noch immer eine Herausforderung. Daher ist es notwendig neue Formate der interdisziplinären Zusammenarbeit zu entwickeln, bei denen historische Perspektiven in naturwissenschaftliche Labore einziehen können und umgekehrt naturwissenschaftliche Experimente neue Möglichkeiten der historischen Analyse eröffnen: In diesem Integrationsprozess von Natur- und Geisteswissenschaften spielten bei der KOSMOS Summer University 2012 Gestaltungsdisziplinen eine zentrale Rolle. Üblicherweise ist Expertise in Architektur, Design und Kunst in akademischer Grundlagenforschung wenig involviert und wird als anwendungsorientierte Disziplin verstanden. Allerdings, und dies ist einer der Grundpfeiler von KOSMOS 2012, kann durch das Prinzip »Gestaltung« das Wissen vieler Disziplinen vereint werden.

Gestaltung als Forschungsprinzip

Gestaltung, in einem weiten Sinne, kann als intrinsische Inter-Disziplin fungieren, da es alle Aspekte von Forschung und Kommunikation von der Laboranordnung bis zur chemischen Formel, von der Organisation bis zur Theoretisierung, umfasst. Wissensproduktion und Forschung wurden schon immer von Architekturen, Modellen, Bildern und anderen Handwerkszeugen (mit)geformt. Im letzten halben Jahrhundert hat die Bedeutung von Gestaltung in der Produktion und Wahrnehmung von Wissen jedoch eine neue Qualität erreicht. Galten Bilder beispielsweise bisher vor allem als Wiedergabe von Ergebnissen und Einsichten, dringen sie mit der digitalen Revolution in den Kern wissenschaftlicher Arbeit vor. Sie sprengen disziplinäre Grenzen und transportieren über diese hinweg ästhetische Strategien und Stile. 

Produktion und Verständnis von Mobilität

Gestaltung eröffnet damit Möglichkeiten Wissen zu bewegen. Interdisziplinärer Austausch bedeutet jedoch selten mühelose oder gar glatte Interaktion, sondern verursacht im Gegenteil Reibung. Genau diese Reibungszonen können jedoch produktiv gemacht werden und zur Quelle von Innovation werden. Es war nicht das Ziel von KOSMOS 2012 disziplinäre Grenzen aufzulösen, sondern diese mit dem Prinzip `Gestaltung´ zu überbrücken und so `mobiles Wissen´ zu produzieren.  

Internationalität

»Internationalisation at home« ist, wie oben beschrieben, wesentlicher Grundpfeiler der KOSMOS Summer University. Im letzten Jahr stand im Zentrum internationaler Zusammenarbeit die Kollaboration mit Lateinamerika, die damit über traditionelle Kollaborationen in der Forschung zwischen Europa und Nordamerika hinaus geht. Die Universidad de Buenos Aires als eine der bedeutendsten Universitäten in Lateinamerika nahm eine Schlüsselrolle ein, aber auch andere Partner aus Mexiko, Brasilien und Chile waren gleichberechtigt eingebunden. KOSMOS 2012 markiert den Beginn einer anhaltenden wissenschaftlichen Partnerschaft zwischen Berlin und Buenos Aires. Mobilität im Forschungsprozess wird hierbei auch durch die Mobilität von Expert_innen, von Modellen und Daten verwirklicht. Damit wurde KOSMOS 2012 zum lokalen Ort mit globalem Charakter, der internationale Forschung mit lokalen und kulturell spezifischen Wissenspraktiken verknüpft.

Mobilität von Personen, Objekten und Daten

Eine weitere und wahrscheinlich der offensichtlichste Aspekt von Mobilität innerhalb der Summer University bezieht sich auf die konkrete Arbeit in einzelnen Arbeitsgruppen: Alle Forschungsfragen und -probleme fokussieren Fragen von Mobilität. Bewegung von Personen, Objekten und Daten in Städten waren inhaltlicher Schwerpunkt der interdisziplinären Zusammenarbeit. Berlin und Buenos Aires dienten als experimentelle Hintergründe, um innovative Konzepte von Mobilität und Lösungen zu entwickeln. Fünf verschiedene Teams aus Expert_innen und Teilnehmer_innen (Kollision und Reibung, Dynamik und Sound, Horizontale und Vertikale Mobilität, Automobile Objekte und Urbaner Metabolismus) begaben sich in einen Forschungsprozess, bei dem die Gestaltung von Mobilität, mit je einem anderen Forschungsgegenstand, neu gedacht wurde. Begleitende Vorträge, Diskussionen und Exkursionen in und um Berlin boten theoretischen Input und lokale Relevanz und ermöglichten es so den Teilnehmer_innen innovative Mobilitätsszenarien mit Bezug zu Theorie und Praxis zu entwickeln.

Link zur Archiv-Seite der Kosmos Summer University

Förderer: 

Schering Stiftung

ANCB The Metropolitan Laboratory

cuaa-dahz - Deutsch-Argentinisches Hochschulzentrum

Die Botschaft von Mexiko




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